Der Sieger im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ steht fest. Wie Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach mitteilt, haben auf Kreisebene Hausen und Rengsdorf die Jury am meisten überzeugt.
Ortsbürgermeister Karl Josef Hühner in der Rhein-Zeitung vom 16.5.09: „Ich hatte schon ein gutes Gefühl kurz nach dem Rundgang. Unser Konzept für die Gemeinde inklusive Tourismus zeigt jetzt Wirkung, das freut mich natürlich. Wir versuchen, auf diesem Wege weiterzugehen“.
Als bemerkenswert erachtet die Jury die touristische Entwicklung rund um den Malberg, die Planung eines Aussichtsturmes und die Idee eines Kinderspielplatzes auf dem Klostergelände der Franziskanerbrüder.
Ein Wunder in Hausen?
Ist der Herr Ortsbürgermeister nebst Gemeinderat über Nachts geläutert? Ist hier tatsächlich ein Wunder geschehen? Oder hat der Herr Ortsbürgermeister Hühner der Jury nicht seine weiteren Pläne mitgeteilt? Denn seinem Betreiben nach hat Hausen eine ganz andere Zukunft. Die Zweiteilung der Gemeinde in - Hausen-Malberg, Tourismus rund um die Skihütte - Hausen-Wiedaue, billiger Einkauf um jeden Preis im (vorerst einmal) 24.000 qm großen Gewerbegebiet.
Die Argumente für das Gewerbegebiet
„Die Hausener Bürger wollen einen Aldi. Die Hausener haben einen Anspruch auf eine Grundversorgung“, so die Argumente des Ortsbürgermeisters.
Weniger Inhalt kann man in zwei Sätze nicht packen.
DIE Hausener Bürger wollen keinen Aldi. Ich bin auch ein Hausener Bürger, sogar ein Bürger, der in Hausen kräftig Gewerbesteuer zahlt. Mich hat niemand gefragt, ob ich einen Aldi in Hausen möchte. Dennoch, hier meine Antwort: Ich möchte den Erhalt der Wiedaue, ich möchte den Erhalt der Region, und darum an dieser Stelle keinen Aldi.
Hausen ist Grundversorgt. Wer vom geplanten Gewerbegebiet aus einen ebenerdigen Fußweg von 500 m entlang der Wied wagt ist im ersten Grundversorger, dem Edeka nebst Metzgerei. Bis zum Einkaufszentrum Norma – Rewe – Getränkemarkt sind es weiter 900 m ebenerdiger Fußweg. Auf diesem Weg ist der Fußgänger an zwei Apotheken, einer Metzgerei, drei Bäckern, zwei Elektrofachgeschäften, einer Post, einem Schreibwarenladen, zwei Frisörgeschäften, einem DM-Markt sowie mehreren Antiquitäten, Bekleidungs- und sonstigen Geschäften vorbeigegangen.
Die wirklichen Gründe
Was also soll dieser Unsinn? Warum lobt sich der Ortsbürgermeister „Unser Konzept für die Gemeinde inklusive Tourismus zeigt jetzt Wirkung“ und betreibt hinterrücks die Zerstörung bestehender Infrastrukturen und der schönsten Wiedaue im ganzen Kreis?
Man hält es kaum für möglich. Es ist schlicht kleinkariertes Machtgehabe. Die Faust nach oben gereckt: So Waldbreitbach, wir zeigen es Euch.
Vom 1.4.09 bis zum 9.4.09 wurde die L255 zwischen Hausener Brücke und Waldbreitbach wegen dringender Rodungsarbeiten im Steilhang komplett gesperrt. Waldbreitbach war wie abgeschnitten. Die Geschäfte hatten sehr viel weniger zu tun, der Käufer stand immer an leeren Kassen.
Eine ähnliche Wirkung hätte der Aldi in Hausen. Wie ein Magnet würde dieser Aldi die Kaufkraft aufsaugen. Einige Randgeschäfte rund um den Aldi, wie vom Ortsbürgermeister ja geplant, sorgten dann für den Rest. Ein Frisör, ein Bäcker, eine Poststelle, eine Apotheke. Wozu also noch nach Waldbreitbach fahren?
Appell an die Vernunft
Lieber Herr Ortsbürgermeister, lieber Gemeinderat, liebe Aldi Befürworter: Was soll das? Wozu wollt Ihr eine bestehende Infrastruktur in Waldbreitbach gefährden? Warum wollt Ihr dafür die Wiedaue opfern?
Zerstören von Werten ist immer der schlechteste Weg. Besinnt Euch doch auf die Werte. An keiner Stelle ist die Wiedaue so schön und so eingebunden in Kultur und Geschichte der Region wie direkt vor unserer Haustüre. Das kann man nicht planen und nicht kaufen. Diesen Schatz kann man nur bewahren und behüten.
„Hausen liegt in herrlich unberührter Natur-Landschaft und ist reizvoll für Erholungssuchende mit Freude an einer ursprünglichen, sauberen Natur“ berichten Sie, Herr Ortsbürgermeister Karl-Josef Hühner, auf der Internetseite www.hausen-wied.de.
Herr Hühner, Sie haben das Einmalige Ihrer Gemeinde erkannt. Lassen Sie Ihren Worten auch Taten folgen. Zeigen Sie Größe.